News aus der Oberstufe

Mit Kompass und Proviant im Gepäck in die Zukunft

91 Abiturient*innen feierten am 03.07. ihr erfolgreiches Abitur

In zwei Veranstaltungen wurden am Samstag, dem 03.07. feierlich die Abiturzeugnisse an die 91 Absolvent*innen in der Mensa der GSG übergeben. Die Freude war bei allen Beteiligten groß, denn besonders dieser Abiturjahrgang hat die meisten Corona Szenarien in Schule erleben dürfen und der schlussendlich erlangte Abschluss war mehr als verdient. Die Abiturient*innen haben durch ihre Disziplin, ihren Teamgeist und ihr verantwortungsvolles Verhalten in den vergangen eineinhalb Jahren maßgeblich dazu beigetragen, dass der Unterricht ohne zusätzliche Quarantäneunterbrechungen stattfinden konnte. Jedes Hygienekonzept, jeder neue Fahrplan aus Hannover wurde umgehend umgesetzt. Zusammen mit einem äußerst engagierten und kreativen Lehrer*innenteam konnte so der beschwerliche Weg bis zum Erhalt der Abschlüsse gemeinsam gemeistert werden. Dass dieser Jahrgang ein besonderer ist, zeigen auch die herausragenden Leistungen, die von den Abiturient*innen erzielt wurden. 21 Schüler*innen haben auf ihrem Abiturzeugnis eine 1 vor dem Komma stehen, einmal wurde die Traumnote 1,0 erreicht, der Gesamtdurchschnitt lag bei großartigen 2,4. Diese Leistungen sollten nicht geschmälert werden, indem man das Label „Corona Abitur“ aufdrücke, so Schulleiter Tom Wedrins. Denn durch die Entbehrungen, die die Schüler*innen in den vergangenen 16 Monaten auf sich genommen haben, haben sie einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft geleistet. Das verdiene besondere Anerkennung.

Am Samstag war es nun an der Zeit, Abschied zu nehmen. Aber ganz ohne ein Survival Paket sollten die Absolvent*innen nicht in die Erwachsenenwelt entlassen werden. So gab es einen Kompass, der auf die individuellen Wünsche und Werte der Abiturient*innen einnorden lässt. Folgt man diesem Kompass, so die Leiterin der Oberstufe Katharina Runkel, könne es auch mal ganz ungewöhnliche Wege in der Karriere geben, aber am Ende gelte es, dass man jeden Tag in den Spiegel schauen kann und sich treu bleibt. Und für den Fall, dass die ersehnte Karriere etwas länger auf sich warten lasse, war auch ein Erdnuss-Schokoriegel im Gepäck – falls es mal wieder länger dauert. Neben Kompass und Schokoriegel wurde zum Abschied auch eine kleine Flasche Sekt überreicht – denn es wird auch in Zukunft viele Anlässe geben, auf die man sich freuen kann.

Ein weiterer Anlass zur Freude war am Samstag auch der erste Auftritt der Small Big Band nach eineinhalb Jahren. Unterstützt durch ehemalige Schüler*innen der GSG gelang eine stimmungsvolle musikalische Rahmung der Zeugnisübergabe, die dank der Spielszenen von Susanne Weller gelungene Unterhaltung bot.

Das Team der GSG hat das Abitur 2021 herausragend gemeistert und gezeigt, dass jede Krise durch Teamgeist, Humor und die Fokussierung auf das, was wirklich wichtig ist, gemeistert werden kann.


Praktikum in Corona-Zeiten — geht das überhaupt?

Zukunftsweisende Alternativen der beruflichen Orientierung im Jahrgang 11

Die Betriebspraktika fallen aus und damit die Möglichkeit für Schüler*innen, Erfahrungen in der Berufswelt zu sammeln. Aus dieser Not haben wir eine Tugend gemacht und für die Schüler*innen des 11. Jahrgangs Angebote zur Berufsorientierung auf die Beine gestellt.

Viele lernen Projektmanagement an realen Aufträgen. In Zusammenarbeit mit der Bildungsregion Südniedersachsen haben die Lehrkräfte für Politik-Wirtschaft das Konzept erarbeitet und Partner*innen aus der Wirtschaft und dem kulturellen Bereich angesprochen. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten 2 Wochen an Projektaufträgen, die die Partner gestellt haben. Dabei verwenden sie die in der Wirtschaft gängige Methode des Projektmanagements. So entstehen z. B. Wandgemälde in der Weststadt, neue Instagram-Accounts und Werbefilme für Firmen, Podcasts oder die Planung für eine selbstversorgende Viehhaltung.

 

Hier sieht man die Schülerinnen in der Pfalz-Grona-Breite, wo sie fleißig den Pinsel schwangen, um die Fassade der Arkade vor dem Sanierungsbüro zu gestalten. Den Auftrag hatten die musa e. V. in Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe Göttingen e. V. gestellt, finanziert wird das Projekt über den Verfügungsfonds; den dafür notwendige Antrag hatten die Schülerinnen gestellt, er wurde von der Weststadtkonferenz mit Begeisterung genehmigt. "Für uns selbst ist das Projekt toll, da einige von uns kunstbegeistert sind und wir es schön finden, etwas Persönliches zu erschaffen. Dass Kinder sich beteiligen können, finden wir auch prima, da dies ein Zeichen von Zusammenhalt ist und die Menschen im Viertel zusammenbringt", sagen die Schülerinnen Finja, Simge, Laura, Lea und Frida.

Eine andere Gruppe erarbeitete einen ausführlichen Plan zur Nutzung von Flächen in Bühren für eine selbstversorgende Viehhaltung. Ausführliche Analysen über das Für und Wider unterschiedlicher Tierarten wurden von den Schüler*innen in einem Dokument zusammengestellt, das dem beauftragenden Marcel Weber am Ende überreicht wurde. Hier sieht man Paul, Ronja, Josephine, Kiara und Emily bei der Endkontrolle ihrer Analyse.

Die Umsetzung der Projekte konnte natürlich nicht aus dem Nichts entstehen, sondern bedurften einer umfangreichen Planung, der sich die Schüler*innen im ersten Teil der Praxisphase widmeten. Ein Strukturplan musste erstellt werden, in dem einzelne Arbeitsschritte geplant werden, die Wünsche der Auftraggeber mussten detailliert erfasst und Kosten- und Risikoanalysen überlegt werden. Alle besprochenen Ergebnisse mussten dokumentiert werden. Viele der Projektpläne werden von den externen Partnern direkt verwendet, andere Auftraggeber planen, sie später zu nutzen. So wird der Podcast, den die Schüler*innen in Zusammenarbeit mit dem Stadtradios Göttingen erstellt haben, auf jeden Fall auch hier zu hören sein! Hier sieht man die Gruppe bei einem der vielen Interviews, die sie dafür aufgenommen hat.

Über das Projektmanagement erleben die Schülerinnen und Schüler, dass ihr Engagement und ihr Wissen zu Erfolgen führen und in der Berufswelt wertgeschätzt werden. „Ich hatte noch nie so viel Spaß an Schule.“ sagt Berenike Lohmeyer. Es ist anstrengend, aber ich lerne viel und das Unternehmen ist wirklich interessiert.“, ergänzt Nils Thomas. Mehrere der Gruppen engagieren sich über die Zeit der Praxisphase hinaus in ihrem Projekt oder haben Folgeaufträge erhalten.

Beteiligt waren unter anderem die musa e. V. in Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe Göttingen, e. V., ContiTech MGW GmbH in Hann. Münden, Romantische Winkel - RoLigio & Wellness Ressort aus Bad Sachsa, Discom Elektronische Systeme und Komponenten GmbH, die Wirtschaftsjunioren, die PFH Göttingen, Measurement Valley und das Stadtradio Göttingen.

Die Begeisterung der Projektpartner ist groß, viele zeigten sich positiv überrascht von der Professionalität der Arbeit der Schülerinnen und Schüler.

Die Wirtschaftsjunioren Göttingen haben das Projekt dann auch direkt bei dem von dem Verein ausgeschriebenen Schulpreis angemeldet. „Wir hätten uns noch nicht mal annähernd vorstellen können, was für ein emotionales und doch auch tatkräftiges Projekt das werden wird.“, begründet Enrico Fernitz diese Entscheidung. Hier sieht man ihn mit den Schüler*innen beim Abschlussfrühstück.

„Wir sind wahnsinnig stolz auf unsere Schülerinnen und Schüler!“, so die einhellige Meinung der betreuenden Lehrkräfte Herrn Schmitt, Frau Bierschenk, Herr Burhenne und Frau Jahns.

Sabine Jahns

Als Alternative zur Projektwoche wurde allen anderen Schülerinnen, die sich für das Angebot der Berufsorientierung interessierten, ein vielfältiges Angebot durch viele bekannte Göttinger Betriebe, Institutionen und Ämter geboten. Sie präsentierten per Videokonferenz Möglichkeiten einer betrieblichen Ausbildung bzw. eines Dualen Studiums und eines generellen Studiums.

Beteiligt waren u. a. Mahr, Novelis, Sartorius, die Sparkasse Göttingen, die Universitätsmedizin Göttingen, die Studienberatung der Universität und das Finanzamt Göttingen sowie die Polizei Göttingen.

Die Reflexionen der Schüler*Innen hierzu waren sehr vielfältig. Die Rückmeldungen der Schüler waren u. a., dass man den Beruf näher kennenlernen konnte, sehen konnte, welche Arten von Bewerbungen es gibt und wie man sich am besten bewirbt und dass man einen Einblick in verschiedene Firmen bekam.

Besonders gut fanden die Schüler*Innen dabei, dass Firmen, wie z.B. Sartorius mit ihnen zusammengearbeitet haben, indem sie einen Test mit ihnen machten, dass ihnen Azubis auch mal ihren Alltag vorgestellt haben.

Fasst man die Aussagen der Schüler zusammen, so kann man feststellen, dass trotz der individuellen Belastung durch die permanenten Videokonferenzen die Schüler diese Woche als erfolgreich betrachtet haben.

Wolfgang Kripahle


Infoabend digital - das Oberstufenteam feiert Premiere zur Prime Time

Unter dem Motto „Abi @ GSG – vielfältig und individuell“ hat das Oberstufenteam der Geschwister-Scholl-Gesamtschule unter Leitung von Katharina Runkel Corona zum Trotz durch ein digitales Format zur Information zukünftiger Interessent*innen erfolgreich Premiere gefeiert.

Durch das aktuelle „physical distancing“ geht leider einiges an zwischenmenschlicher Nähe, die ja auch ein wichtiges Entscheidungskriterium zur Wahl einer geeigneten Schule darstellt, verloren. Um dies abzufedern und kein „social distancing“ entstehen zu lassen, sind die Leiterin der Sek. II und ihr Team -bestehend aus den Oberstufenkoordinator*innen Malte Schober und Annabelle Hoffmann- neue Wege gegangen und haben dabei positive Kritiken erhalten.

„Also: Ich klicke die Folien durch, ihr überwacht den Chat, die Folienmoderation teilen wir auf“, lautete die klare Ansage von Katharina Runkel – und während es sich die Damen 19 Uhr in der Schule „gemütlich“ machten, hielt Malte Schober aus dem Homeoffice seine heißgeliebte Tasse vom „Efffzeh“ in die Kamera.

„Headset läuft, geh du aber mal in einen anderen Raum, sonst ist die Rückkopplung zu groß“. Das Drehbuch war schnell geschrieben und so begleiteten die drei Teamplayer in abwechslungsreicher Weise informativ und charmant durch den gemeinsamen Abend. In einem ersten Teil stellten sich die drei Verantwortlichen von ihrer privaten Seite vor und hoben die Besonderheiten der Oberstufenkonzeption an der GSG hervor. In einem zweiten Teil hatten die Konferenzteilnehmer*innen die Möglichkeit dazu, ihre individuellen Fragen zu stellen. Ca. 90 Minuten später konstatierte Frau Runkel sichtlich stolz über dieses Debüt: „So. Nachdem wir jetzt Spielfilmlänge erreicht haben, darf jeder von uns noch ein paar salbungsvolle Worte zum Abschied sagen.“

In angenehmer Gesprächsatmosphäre ist es dem Team gelungen, einen Abend mit nützlichen Informationen und persönlicher Nähe „am Bildschirm“ zu bieten. So, wie die GSG die Ausgestaltung und unterrichtliche Praxis handhabt, so kreativ managen sie auch die Informationsweitergabe an ihre Schüler*innen und Eltern.