Transparenz schaffen

Kinder sollen wieder erfahren, woher Lebensmittel stammen

HARDEGSEN • Immer weni­ger Kinder und mittlerweile auch Erwachsene wissen heu­te, woher die Lebensmittel, die sie in den Supermärkten kaufen, stammen. Um diese Entwicklung zu stoppen und zu ändern, wurde das Projekt „Transparenz schaffen - von der Ladentheke bis zum Erzeuger" ins Leben gerufen.

Im Mittelpunkt des Pro­jektes steht die Kommuni­kation mit Schülern mit Menschen aus der Landwirt­schaft, die sich mittels Bildungs- und Informations­angeboten sowie Aktions­tagen mit dem Thema Land­wirtschaft und Ernährung beschäftigen. Dabei geht es nicht um trockene Theorie, sondern um aktives Han­deln und Miterleben der landwirtschaftlichen Pro­duktion. Auf dem Interna­tionalen Schulbauernhof in Hevensen, der seit Novem­ber regionaler Bildungsträ­ger des Förderprogramms ist, können die Kinder die Entstehung eines Nah­rungsmittels, wie es in der Ladentheke liegt, zurück­verfolgen bis zu seinem Ausgangspunkt auf dem Acker oder im Stall.

Das s hier nicht nur gere­det, sondern auch gehan­delt wird, beweist der neu entstehende Apfel-Lehrpfad zwischen Hevensen und Lütgenrode. Vergangenen Freitag wurde ein von der Stadt Hardegsen gestifteter Apfelbaum der Sorte

„Topas" von Michael Kaiser auf die Schafweide des Schulbauernhofes ge­pflanzt. Tatkräftig unter­stützt wurde der Hardegser Bürgermeister von den Kin­dern des Kindergartens He­vensen. Solche Aktionen soll es im Rahmen des Pro­jektes immer wieder geben. „Voraussetzung dafür ist ein umfangreiches regionales Netzwerk", so Axel Unger, Geschäftsführer des Inter­nationalen Schulbauern­hofes, der schon einige Part­ner mit ins Boot geholt hat. Darunter viele Landwirte, den Safthersteller Beckers Bester, die Grundschule in Hardegsen, die Stadt Hardegsen und die Heinz-Sielmann-Stiftung in Duder­stadt. So können Kinder­gärten und Schulen umfangreiche Bildungs- ­und Informationsangebote nutzen. Die Pädagogen sind überzeugt von der Wichtig­keit des Projektes. „Es ist sehr viel nachhaltiger, den Schülern etwas in echt zu zeigen, als eine Powerpoint-Präsentation an die Wand zu projizieren", erklärt ein Vertreter der Geschwister-Scholl-Gesamtschule aus Göttingen, ein weiterer Kooperationspartner.

Nicht nur Kinder und Jugendlichen wird mit dem Projekt näher gebracht, woher das Essen kommt, sondern Landwirte und Betriebe der Ernährungs-

wirtschaft finden Unterstüt­zung beim Aufbau von Kontakten, erhalten die Möglichkeit, Verbraucher­erwartungen kennenzuler­nen sowie ihre Produktions­weise und ihre Erzeugnisse regional bekannt zu machen.

Damit die Angebote kostenfrei genutzt werden können, bedarf es Gelder. Diese stammen aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Ent­wicklung des ländlichen Raums der EU (ELER) sowie aus nationalen Geldern des Bundes der jeweiligen Län­der und Kommunen. Bis Juni 2018 ist die Finanzie­rung des Projektes gesi­chert, dann muss sie wieder neu beantragt werden. Un­ger ist sich sicher, dass ei­ner weiteren Bewilligung für weitere sechs Jahre nichts im Wege steht. • es


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