Aus alten Tageblatt-Schnipseln sieben KGS-Schüler neues Papier

Mit großen Rahmen fischen Sechstklässler der Geschwister-Scholl-Gesamtschule (KGS) den grauen Brei aus einem etwa einen Quadratmeter großen Wasserbecken.
Schöpfungsakt: KGS-Kinder produzieren ihr eigenes Recycling-Papier Foto: privat
Der besteht aus kleingerissenem Zeitungspapier, auch das GT ist dabei. Vorsichtig lassen die Kinder das Wasser durch das Sieb im Rahmen ablaufen, klappen ihn mit einer schnellen Bewegung auf den Tisch und tupfen das restliche Wasser mit Schwämmen ab: So wird Recylingpapier gemacht. „Wo kommt Papier her, wie wird es hergestellt, wie schmeckt es?“
Das sind einige der Fragen, die die Schüler seit diesem Halbjahr beschäftigen. In dem fächerübergreifenden Unterrichtsprojekt Pro Recyclingpapier soll den Schülern unter anderem umweltschonendes Verbrauchsverhalten nahegebracht werden, so Nicole Handel vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), der das Projekt initiiert hat. Neben dem Herstellungsprozess von Papier, werden auch die globalen Zusammenhänge der Papierproduktion und des Papierverbrauchs erklärt. Die Ergebnisse des Projekts werden vom BUND ausgewertet. Bewährt sich das Konzept, soll es in den Lehrplan verankert werden, so Peter Stellmacher, Koordinator für die Umweltschulen Europa in Südniedersachsen. Auch andere Schulen würden dann diese vom BUND ausgearbeiteten Projekte übernehmen.
Für sinnvoll hält die zwölfjährige Ceyda die Unterrichtseinheit. „Ich kaufe jetzt nur noch Recyclingpapier“, verspricht sie. Wenn es nach ihr ginge, könnte diese Art Unterricht ruhig weitergehen, zum Beispiel würde sie interessieren, wie Kleidung entsteht. Als weitere Projekte sind zunächst die Themen Wald, Wasser, Verbraucher- und Wirtschaftsgeschehen angesetzt.
böh
