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Das Schulmodell der Zukunft

Die Geschwister-Scholl-Gesamtschule wurde 1975 als KGS Göttingen-West gegründet. Diejenigen Lehrerinnen und Lehrer aller Lehrämter, die damals die neue Ganztagsschule jahrgangsweise aus einer Haupt- und Realschule entwickelten, hatten ein offenes, unbeackertes Feld vor sich. Schöne Pflanzen wie die Theorie des Begabens, neue Lerninhalte, Chancengleichheit, Emanzipation, Individualisierung, Projektarbeit, eigenständiges Lernen erblühten und entwickelten sich mehr oder weniger prächtig - und einige Externe wollten um den Garten Gesamtschule am liebsten eine dicke Mauer ziehen.

 

Es wurde eine strukturell ?klassische? KGS gestaltet, in der sich den Kindern und Jugendlichen mit Sympathie zugewandt wurde. Es wurde und wird auf sie zugegangen. Sie wurden und werden so angenommen, wie sie sind. Schatzsuche statt Fehlerfahndung war und ist oberstes Prinzip.

 

Seit vielen Jahren ist die Geschwister-Scholl-KGS eine hochaktuelle Basis schulischer Innovation, die die aus ?Pisa?, ?DIPF? und ?Lau? resultierenden Anforderungen nach Integration und Differenzierung in vieler Hinsicht realisiert.

 

Aber es gab historisch auch Probleme: Unter anderem aufgrund der fehlenden Oberstufe entwickelten sich die Schülerzahlen nicht in wünschenswerter Weise. Dies bewog Schulleitung, Kollegium und Elternschaft, die Schulstruktur und. das pädagogische Konzept zu modifizieren. Ab 1991 entstand dann ein Haus des Lernens, das es ermöglicht, mit Kopf, Herz und Hand Schule zu (erleben) - nicht zu überleben.

 

Verständnis, Wertschätzung, ein gelassenes, großzügiges, tolerantes Klima, Qualität in jeder Hinsicht, Methodenkompetenz, Schülerzentriertheit, Kooperation, Kreativität, Vielfalt, entdeckendes Lernen, Selbständigkeit sind nur einige wenige Stichworte, die neben vielen anderen inhaltlichen Komponenten wie dem Freien Lernen als wichtige Elemente konstitutiv für das Schulprofil sind.

 

1993 nannte sich die KGS Göttingen-West in Geschwister-Scholl-Gesamtschule um. Der Name ist eine lebendige Orientierungshilfe und teilt Wichtiges über den demokratischen Geist der Schule mit. Gibt es einen Anlass, wird an eine Schülerin oder einen Schüler der ?Geschwister-Scholl-Preis für Zivilcourage? verliehen.

 

Nachdem zum Schuljahr 1994 eine gymnasiale Oberstufe eingerichtet wurde, können an der Schule alle Abschlüsse des allgemeinbildenden Schulwesens erworben werden - und die Anmeldezahlen gehen steil nach oben. Die Schule boomt.

 

Sie hat eine bemerkenswerte Anziehungskraft und jetzt über 1200 Schülerinnen und Schüler, die von ca. 140 Lehrkräften und Mitarbeiter/innen betreut werden. Jede(r) zweite Angemeldete kann nicht in den 5. Jahrgang aufgenommen werden. Durch ein modifiziertes Losverfahren, das an den prozentualen Übergängen von der Grundschule in das dreigliedrige Schulsystem innerhalb der Stadt Göttingen orientiert ist, wird die Aufnahme entschieden.

 

Die ideenreiche Lebendigkeit und Vielfalt, die unzähligen kulturellen, sportlichen, pädagogischen und sozialen Ereignisse, die das Schulleben prägen, aber auch der ungewöhnliche pädagogische Elan des Kollegiums, die kontinuierliche, engagierte, ja liebevolle Hinwendung der Lehrer/innen und sonstigen Mitarbeiter/innen zu ihren Aufgabenfeldern beeindrucken zunehmend mehr auch die Öffentlichkeit - und die Schülerinnen und Schüler stellen sich in der Regel mit Aufmerksamkeit und Gelassenheit dem organisierten Bildungsbemühen.

 

Zur Schulstruktur

Die Geschwister-Scholl-KGS ist zwar eine kooperative Gesamtschule, sie ähnelt allerdings in ihrer Struktur bis Ende der 8. Klasse einer integrierten Gesamtschule.

 

In der Orientierungsstufe wird auf die äußere Fachleistungsdifferenzierung verzichtet, d.h. alle Schülerinnen und Schüler bleiben in allen Fächern im Klassenverband und werden nicht in Kurse aufgeteilt. Individuelle Förderung und Forderung jedes einzelnen Kindes erfolgt durch Binnendifferenzierung, zum Teil doppelten Lehrereinsatz und die tägliche Freilernstunde.

 

Ein Lehrerteam begleitet in der Regel eine Klasse von Jahrgang 5 bis zum Ende des 8. Jahrganges. Da die Klassengemeinschaft erhalten bleibt, wird ein Bruch beim Übergang von Klasse 6 nach Klasse 7 vermieden und es entsteht ein stabiles und harmonisches Klassenklima. Die Eltern folgen in der Regel den Schulzweigempfehlungen.

 

Alle Lehrerinnen und Lehrer arbeiten in Bezug auf Unterrichtsplanung und andere Aktivitäten eng zusammen; ?Teamzwang? gibt es bewusst nicht.

 

Ab Klasse 7 wird in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik sowie in der 2. Fremdsprache Unterricht nach den Richtlinien der Hauptschule, der Realschule und des Gymnasiums in entsprechenden Fachleistungskursen erteilt. In den anderen Fächern erfolgt der Unterricht integriert und binnendifferenzierend mit sinnvoll verzahntem Curriculum. Beurteilt werden die Schülerinnen und Schüler entsprechend ihres Gutachtens am Ende der OS nach den Anforderungen der Richtlinien der Haupt- oder Realschule bzw. des Gymnasiums; d.h. in einer Klasse können sowohl ein ?Hauptschüler? als auch eine ?Gymnasiastin? eine 2 bekommen, obwohl ihre qualitativen Leistungen erheblich voneinander abweichen.

 

Die Schüler/innen müssen bei Nichtversetzung an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule die Klasse nicht in jedem Fall wiederholen.

 

Haupt- und Realschüler/innen mit überdurchschnittlichen Leistungen in Mathematik, Englisch oder Deutsch können bis Ende Klasse 8 an Kursen des höheren Schulzweiges teilnehmen. Wird eine Schülerin/ein Schüler den Anforderungen in den Fachleistungskursen in Englisch, Deutsch oder Mathematik nicht gerecht, kann sie/er den Schulzweig wechseln, ohne den vertrauten Klassenverband verlassen zu müssen. Somit ist ein hohes Maß an Durchlässigkeit gegeben.

 

Ab Klasse 9 werden dann die meisten Fächer nach Schulformen getrennt unterrichtet, so dass die Schülerinnen und Schüler in ihren neuen schulzweigspezifischen Klassen gezielt auf die Abschlüsse und den weiteren beruflichen Werdegang bzw. den Besuch der Sekundarstufe II vorbereitet werden. In Sport, Religion, Werte und Normen, Kunst sowie verschiedenen Wahlpflichtangeboten des Haupt- und Realschulzweiges findet jedoch weiterhin schulzweigübergreifender Unterricht statt.

 

Die Einrichtung von Wahlpflichtkursen, wahlfreien Kursen, Arbeitsgemeinschaften und Förderunterricht, besonders aber auch das ?Freie Lernen in Projekten? und im ?offenen Wahlpflichtbereich? in der Sekundarstufe I kommen den individuellen Fähigkeiten und Interessen der einzelnen Schülerinnen und Schüler entgegen.

 

Bemerkenswert sind die ausgesprochen umgänglichen Hauptschulklassen. Diese profitieren dann besonders von der Kooperation des Fachbereichs Arbeit-Wirtschaft-Technik mit den Berufsbildenden Schulen. Wöchentlich vier Unterrichtsstunden werden in den Werkstätten der Berufsfelder Metalltechnik, Elektrotechnik, Bautechnik und Farbtechnik erteilt. Der Unterricht wird gemeinsam von den Lehrkräften der BBS und der Geschwister-Scholl-Gesamtschule geplant und durchgeführt. In der BBS III nehmen die Schülerinnen und Schüler in Kleinstgruppen am Fachpraxisunterricht der Berufsfachschule Nahrungsmittelhandwerk, Kinderpflege und Gastronomie teil.

Im 10. Jahrgang werden im Wahlpflichtbereich für Haupt- und Realschüler zwei Kurse in der BBS II angeboten. Der Kurs mit dem Schwerpunkt ?Nutzung regenerativer Energien und Kraftfahrzeugtechnik? findet in der Metallwerkstatt statt. In naturwissenschaftlichen Laborräumen wird der Kurs ?naturwissenschaftliches Fachpraktikum? angeboten.

 

Jeder Jahrgang bildet eine kleine ?Schule in der Schule?. Durch regelmäßige - in der OS wöchentliche - Jahrgangsversammlungen mit Präsentationen der einzelnen Klassen, durch themenzentrierte Projekttage sowie durch regelmäßige Sport- und Spielefeste wird dieser Zusammenhalt gestärkt.

 

Die Schule hat 4 Integrationsklassen, zurzeit in den Jahrgängen 5, 6, 8 und 9. Die soziale und sprachliche Integration der Aussiedler wird durch die unterrichtliche Betreuung einer russisch sprechenden Lehrerin gewährleistet.

 

Die Geschwister-Scholl-Gesamtschule ist eine Ganztagsschule (7.50 - 15.20 Uhr) und bietet an mindestens drei Nachmittagen der Woche ein umfangreiches Unterrichts- und Freizeitangebot, u.a. auch

- eine gut ausgestattete Bibliothek mit angenehm ruhiger Atmosphäre,

- eine anregende Mathematik-Lernwerkstatt,

- ein breites AG-Angebot, z.B. Informatik, Segeln, Surfen, Schach, Basketball, Chor, Karate, Band, Theater etc.,

- leckere Essensangebote in der Mensa und in den Pausen gesunde Kleinigkeiten am vom Freundeskreis betriebenen Schulkiosk,

- qualifizierte und liebevolle Betreuung durch Lehrkräfte und Sozialpädagogen in den Freizeitbereichen bzw. offenen Stationen.

 

An der Schule können folgende Fremdsprachen gelernt werden:

- Englisch ab Klasse 5

- Latein und Spanisch (für den Gymnasialzweig), sowie Französisch ab Klasse 7 und (bei Bedarf) ab Klasse 9 und 11

 

Die 3 - 4 zügige Oberstufe der Geschwister-Scholl-Gesamtschule ist klein genug, um noch übersichtlich zu sein und groß genug, um viele Wahlmöglichkeiten zu bieten. Neben den üblichen Leistungsanforderungen wird großer Wert auf die Entwicklung der Lernmethoden und Eigenkontrolle (?Selbstmanagement?) gelegt.

 

Zurzeit gibt es Leistungskurse in Deutsch, Englisch, Kunst, Geschichte, Erdkunde, Politik, Mathematik, Biologie, Chemie, Physik und Sport.

 

Neuerdings wird als Grundkursfach auch das Fach Darstellendes Spiel angeboten. Die allgemeinen Unterrichtsräume für die Oberstufe liegen in einem eigenen Gebäude; hierzu gehört auch eine Cafeteria für Freizeit und Gespräche.

 

Leistungsfähige Schüler/innen können das Abitur in 12 Jahren erreichen, indem sie einzeln oder in Gruppen in der Sekundarstufe I einen Jahrgang überspringen.

 

 

Weitere Elemente des Schulprofils

Zum Selbstverständnis der kollegialen Schulleitung:

Die Funktionsstellen der Geschwister-Scholl-Gesamtschule sind Zeitstellen. Nach neuestem Modus werden die Inhaber/innen auf 7 Jahre gewählt. Nach einer Bestätigung wird die Stelle nach 3 weiteren Jahren zur Lebenszeitstelle.

Zur Schulleitung gehören neben der Leiterin die Direktorstellvertreterin, der Didaktische Leiter, der Gymnasialleiter (zuständig für die Sekundarstufe II), die Orientierungsstufenleiterin, die Hauptschulzweigleiterin (zuständig für die Stufe 7/8), der Realschulzweigleiter (zuständig für die Stufe 9/10), die Oberstufenkoordinatorin und der Fachbereichsleiter für Ganztag und Sport.

 

Die Schulleitung fühlt sich einer zukunftsweisenden Schulentwicklung verpflichtet und ist kontinuierlich bemüht, die Qualität auf allen Ebenen zu sichern bzw. zu verbessern. Die Schulgemeinschaft wird intensiv an allen Gestaltungsprozessen beteiligt. Kommunikation, Unterstützung, Ermutigung und Anerkennung sind selbstverständlich.

 

Die eigene Wirksamkeit und Akzeptanz wird in den Schulleitungssitzungen regelmäßig hinterfragt. Rechenschaftslegung und Transparenz gegenüber dem Kollegium und der Elternschaft sind wichtiges Prinzip.

 

Dabei helfen u.a. die regelmäßigen, ausführlichen ?Mitteilungen? der Schulleiterin an die Mitglieder der Gesamtkonferenz, in denen über Aktuelles und Besonderes aus dem Schulleben, Organisatorisches und Ministerielles umfassend berichtet wird. Auch die Elternbriefe tragen nach Aussagen der Adressaten erheblich zur Intensivierung des Wir-Gefühls bei.

Das Kollegium schätzt Bewährtes bei gleichzeitiger innovativer Beweglichkeit. Wesentliches Instrument zur Initiierung von Veränderungen ist der Didaktisch-pädagogische-Ausschuss.Die hohe Identifikation mit dem Schulkonzept wird nicht zuletzt dadurch deutlich, dass an der Schule außergewöhnlich viel gelacht wird. Die große Offenheit, gegenseitige Wertschätzung und der intensive pädagogische Austausch werden über die Schulgrenzen hinaus gerühmt. Auftretende Belastungen und Konflikte mit Schülerinnen und Schülern können u.a. durch die wöchentlichen Supervisionssitzungen mit der Schulpsychologin abgefedert werden. Ganz neu ist der von ausgeschiedenen Kolleginnen ins Leben gerufene ?Ehemaligen-Verein?.

 

Viele Eltern arbeiten in den verschiedensten Gremien und Projekten mit und helfen, durch einen konstruktiven, bisweilen auch kritischen Dialog bei hoher gegenseitiger Wertschätzung, die Qualität der Schule zu optimieren. Die Besondere Ordnung erweitert die Mitbestimmung von Eltern und Schülern in der Gesamtkonferenz.

 

Die Schülervertretung pflegt den regelmäßigen Kontakt mit der Schulleiterin.

Zwei Sozialpädagogen sind in den beiden offenen Freizeitbereichen der Schule tätig und verlässlich ansprechbar. In einem von Leistungsdruck freien Klima bauen sie zu den Schülerinnen und Schülern schnell ein vertrautes Verhältnis auf, beraten bei emotionalen, körperlichen und sozialen Schwierigkeiten, bieten Einzelfallhilfe an und vermitteln - wenn erforderlich - an Institutionen und Beratungsstellen. Eng arbeiten die beiden auch mit den drei Beratungslehrer/innen der Schule zusammen.

 

Die Geschwister-Scholl-Gesamtschule pflegt intensiv ihre langjährigen Schulpartnerschaften mit Gymnasien in Crépy-en-Valois (Frankreich), Kiskörös (Ungarn), Oklahoma City (USA), Cheltenham (England), Poznan (Polen). Im Rahmen des Bundesprogramms ?Jugend für Toleranz und Demokratie - gegen Rechtsexstremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus? gibt es zur Zeit ein Austausch-Projekt mit spanischen Gymnasialschüler/innen. Briefpartnerschaften bestehen mit Russland.Da es ein Austauschprogramm mit lateinisch sprechenden Ländern nicht gibt, werden regelmäßig Fahrten an Orte gemacht, an denen Zeugnisse der Römerzeit in Deutschland zu besichtigen sind.

 

Zum zweiten Mal ist die Schule mit dem Titel ?Umweltschule in Europa? ausgezeichnet worden. Seit 1995 werden jedes Jahr Umweltprojekte durchgeführt. Energiespartage, Solar-Sponsorenlauf, Windradaktion, Baumpflanzungen für Schulhöfe in Ghana, Sonnenkollektoranlage mit Energieschautafel, Photovoltaikanlage, Solarauto sind einige nennenswerte Aktivitäten bzw. Ergebnisse. Umwelterziehung soll Unterrichtsprinzip sein.

 

Besonderer Wert wird auch auf berufsorientierende Maßnahmen gelegt:Dazu wird im 9. Jahrgang ein vom Fachbereich Arbeit-Wirtschaft-Technik unterrichtlich intensiv vorbereitetes Betriebspraktikum durchgeführt (Betriebs- und Arbeitsplatzerkundungen, Bewerbungstrainings, Zusammenarbeit mit vielen Betrieben und der Arbeitsverwaltung). Im 11. Jahrgang sind die Schülerinnen und Schüler in ein Fachpraktikum eingebunden und erstellen eine Facharbeit oder eine Fachreportage. Hauptschulklassen nehmen über einen längeren Zeitraum an praktischen Lehrgängen in den Göttinger Berufsschulen teil. Wahlfreie Kurse des Jahrgangs 10 (HS/RS) werden an der BBS II (Technik) von Lehrkräften beider Schulen unterrichtet.

 

Die Schule ist am Programm ?Bewegte Schule? beteiligt. Vielfältige Aktivitäten und Bewegungsstationen wie die Kletterwand dokumentieren dies.

 

Im Rahmen der Öffnung von Schule wird auch der intensive Kontakt zu Sportvereinen im Stadtteil Grone (Minigolf, Fußball etc.) gepflegt. Besonders im AG-Bereich bewährt sich die Zusammenarbeit.

 

Unter Einbeziehung der Göttinger Öffentlichkeit bzw. von Vereinen, Projektgruppen etc. wurden in den letzten Jahren ?Thementage? initiiert:2000: Soziale Netzwerke in Göttingen2001: Integration von Kindern mit Handicaps2002: Soziale Identität homosexueller Jugendlicher (geplant)Abendliche Veranstaltungen zu aktuellen gesellschaftspolitischen und pädagogischen Fragestellungen im ?Forum? der Schule, Weihnachtsbasar und der Tag der offenen Tür verstärken das Prinzip der gemeinwesenorientierte Schule.

 

Ein konstitutives Element ist seit 3 Jahren die theaterpädagogische Arbeit. Durch gezielte Personalentwicklung, besonders aber durch die Einstellung einer Schauspielerin (zuerst auf ABM-Basis) und deren allseitig bejubeltes Tun haben das kulturelle Binnenleben, aber auch die Außendarstellung erheblich gewonnen.Beeindruckende Theater- und Musicalaufführungen zu aktuellen und historischen Ereignissen, Ausstellungen mit Werken von Oberstufenschülern, Lesungen etc. in der historischen Produktionsstätte der benachbarten Saline ?Luisenhall?, die spektakuläre Aufführung der ?Weststadtrevue? mit vielen Vereinen und Gruppen des Stadtteils, Auftritte bei verschiedenen Veranstaltungen in der Stadt Göttingen belegen den erfolgreichen kreativen Ansatz und eine gelungene Dezentralisierung und Öffnung von Schule.

 

Von den vielen Kooperationspartnern, mit denen situativ die Arbeit bereichert wird, seien hier nur einige genannt:

- DLR-SCHOOL-LAB (?praktische? Physik)

- Bildungswerk der niedersächsischen Wirtschaft, Arbeitsamt, Rotary Club, Linos-AG (Berufsvorbereitung Sek I/Sek II)

- Internationaler Bund (Integration)

- Deutschlehrer-Zentrum (didaktische Impulse, Seminare)

- Projekt ?Schraubzwinge? (Technik für Mädchen)

- Landeskrankenhaus Tiefenbrunn und Kinder- und Jugendpsychiatrie (Eingliederungsmaßnahmen)

- Berufsbildende Schulen (Unterricht in Werkstätten)

- Sonderschulen (I-Klassen)

- Präventionsverein (Anti-Gewalt-Trainings, Zivilcourage-Projekte etc.)

- Deutsches Theater/Junges Theater/Musa e.V. (Darstellendes Spiel)

- Lions-Club (Ich-Stärkung)

- Naturschutzbund (Fledermaus-/Mauerseglerprojekte etc.)

- Universität Göttingen (Berufsvorbereitende Maßnahmen, Durchführung verschiedener Praktika von Auszubildenden in der Schule, Referenten für den Unterricht)

- Ausbildungsseminar und Studienseminar (durchgängige Betreuung von zahlreichen Anwärtern und Referendaren)

- Frauenbüro (geschlechterdifferenzierende Projekte)

- Goethe-Institut (Internationale Begegnungen)

 

Besonders zu erwähnen ist der seit Jahren kontinuierliche, inhaltliche Austausch mit anderen niedersächsischen Gesamtschulen.

 

Ein Schwerpunkt der Schule liegt auch in der gezielten präventiven Arbeit: Die bewusst große Nähe zwischen Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern ist gewissermaßen bereits als solches präventiv, da so viele Konflikte frühzeitig geklärt werden können. Die organisatorische Durchlässigkeit des Systems mildert den Konkurrenzdruck. Zu Konfliktlotsen ausgebildete Schüler/innen ab Klasse 8 stehen als Ansprechpartner/innen und längerfristige Betreuer/innen für in Streit geratene Schüler/innen zur Verfügung. Regelmäßig werden in allen Jahrgängen projektartig Suchtpräventionstage - auch unter Elternbeteiligung - durchgeführt. Es gibt eine geschlechterdifferenzierte Sozialisationsförderung, ein Gewalt-Präventionstraining in Jungen-/Mädchengruppen, Selbstverteidigungsseminare für Mädchen, z.T. mit externen Trainern (?Tiger-Projekt?, ?Kore?, ?Medium? etc.).

 

Und was es sonst noch so gibt:

 

Seit Januar 2002 ist die GSG Versuchsschule für Personalkostenbudgetierung. Dadurch ist es u.a. möglich, in alleiniger Verantwortung Lehrkräfte zur Vertretung bei kurzfristig auftretenden Unterrichtsausfällen einzustellen.

 

Betreut vom Ministerium für Wirtschaft und Verkehr wird der Modellversuch einer ökologisch und sozial bewussten ?Fahrschulausbildung? durchgeführt.

 

Perspektiven

 

- Zur Zeit wird die Einrichtung von Profilklassen diskutiert.

- Bilingualer Unterricht im Fach Politik ist beabsichtigt.

- Die Schulleitung hat gegenüber der Bezirksregierung ihre Bereitschaft erklärt, ggf. Initiativen zur Hochbegabtenförderung an der Schule zu unterstützen.

- Intendiert ist die weitere Entwicklung des systematischen Methodenlernens - einschließlich eines Methodenbuches, in dem Erreichtes zertifiziert wird.

- Die noch präzisere Evaluation, Erarbeitung und Abstimmung von Qualitätsstandards in den verschiedenen Fächern und Schulzweigen ist für ein gezielteres individuelles Fordern und Fördern notwendig.

- Angemessene und kreative Bewertungsmethoden sollen weiterentwickelt werden.

- Mehr Gewicht soll auch die Werteerziehung - und in diesem Zusammenhang die Reflektion von Umgangsformen - bekommen.

- Im Zusammenhang mit Burnout und Suchtprävention ist beabsichtigt, der Gesundheitserziehung einen größeren Stellenwert einzuräumen. Neuerdings ist eine Diplom-Oekotrophologin Mitglied des Kollegiums.

- Die Schule arbeitet in dem Qualitätsnetzwerk Braunschweig-Mitte-Süd mit.

 

E&W Niedersachsen 03/2002



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