Neuntklässler der GSG bauen ersten Biomeiler in Göttingen (GT vom 26.06.18)

Kooperationspartner unterstützen das Umweltprojekt zur Einsparung von Ressourcen

Schüler der Projektgruppe mit der pädagigischen Begleiterin Jana Birner (l., Klimaschutz Göttingen), Jürgen Dürr, Beschäftigungsförderung Göttingen (hinten 4. v. l.), sowie Bauleiter
Christopher Hoyer (r.). Foto: Richter

Göttingen. Der erste Göttinger Biomeiler ist auf dem Gelände der Geschwister-Scholl-Gesamtschule (GSG) in Betrieb. Gebaut wurde er von Neuntklässlern, unterstützt vom Verein Klimaschutz Göttingen, den Stadtwerken, der Beschäftigungsförderung Göttingen und weiteren Partnern.

Ganz in der Nähe vom Beachvolleyballfeld haben die Schüler in drei verschiedenen Schwerpunktgruppen innerhalb einer Projektwoche den Biomeiler errichtet. Die erste Gruppe habe eine Einfassung aus Kompostgittern mit einer Höhe von zweieinhalb Metern und einem Durchmesser von etwa sechs Metern aufgestellt und diese mit rund 80 Kubikmetern Holzhackschnitzeln befüllt, beschrieb Jahrgangsbetreuerin Heike Anhalt-Brüggemann das Engagement der Jugendlichen. Die zweite Gruppe habe den Meiler von außen mit Graffiti verziert, und die dritte Gruppe sei für die Pressearbeit zuständig gewesen und habe das Projekt dokumentiert. Planung und Durchführung lagen bei der Beschäftigungsförderung Göttingen, Projekt „Jugend stärken im Quartier“.

Um die Holzhackschnitzel zur natürlichen Zersetzung und damit zur Wärmeabgabe anzuregen, wurden sie mit Wasser aus der Grone bewässert, wobei die Freiwillige Feuerwehr Grone Unterstützung leistete. Leitungswasser hätte zu wenig Bakterien erhalten, erklärte Rainer Hoffmann, Vorsitzender des Vereins Klimaschutz Göttingen als Initiator.

Zur Eröffnung begrüßte Schul­leiter Thomas Wedrins die Kooperationspartner und erklärte, dass die GSG jedes Jahr als Umweltschule ausgezeichnet werde: Sie entwickle sich stetig weiter in Sachen Umweltschutz. Daher habe die Projekt-Idee Biomeiler hervorragend in das ­Konzept der Schule gepasst, so Wedrins. Der Umweltförderverein der GSG betreibe zudem eine Solaranlage an der Schule und habe Einnahmen daraus für das Biomeiler-Projekt zur Verfügung gestellt. Auch Gerd Rappenecker, Technischer Vorstand der Stadtwerke Göttingen, habe sofort Unterstützung zugesagt, als ihm das Projekt vor­geschlagen wurde, und lob den ­modernen Weg zum Einsparen von Ressourcen an der Schule.

Gewächshaus oder
Grünes Klassenzimmer

Die pädagogische Begleiterin Jana Birner und der technische Bauleiter Christopher Hoyer, beide vom Klimaschutz Göttingen, erklärten kurz, wie ein Biomeiler funktioniert. Im Kern des Meilers könne durch die Zersetzung eine Wärme bis zu 70 Grad entstehen. Durch eine geschlossene Wasserleitung werde die entstandene Wärmeenergie abgeleitet und könne der Schule bis zu drei Jahre Energie liefern.

Hoffmann klärte darüber auf, wie die weiteren Maßnahmen aussehen sollten, um den Biomeiler effizient zu nutzen. Es könnte ein Gewächshaus beheizt werden und das Gemüse in der Mensa verarbeitet werden. Es könnten auch Sitzbänke in einem „grünen Klassenzimmer“ beheizt werden. In absehbarer Zeit sollten Solarzellen auf dem Meiler installiert werden, um die Pumpen mit Solarenergie zu aktivieren, erklärte Wedrins und dankte für die finanzielle Unterstützung von regionalen Firmen. Schon im kommenden Schuljahr könne der Meiler als Anschauungsobjekt in naturwissenschaftlichen Fächern genutzt werden.

70 Grad können im Kern des Meilers entstehen.


Solarcup 2018 vom 31.05.18