Beim Schach fliegen manchmal die Fetzen

An der Geschwister-Scholl Gesamtschule treffen sich zweimal in der Woche die Kasparovs von morgen.
Wilf Holloway trainiert die Schachspieler zwischen zehn und 20.
Konzentriert: Elina Klink (li.) und Stanislaw Syekirin
Foto: SPF
Pickelige Langweiler, die schweigend über ihren Schachbrettern brüten – wer sich so eine Schach-AG vorstellt, wird in der Geschwister-Scholl-Gesamtschule (KGS) sofort eines besseren belehrt. Hier fliegen die Fetzen: „Zu doof das Schachbrett zu finden”, frotzelt Jan Ahlrichs, weil sein Mitschüler Daniel König mal wieder eine eine Partie gegen Alexander Blank verliert. Der findet am besten am Schachspielen, „dass man Leute reinlegen kann.”
Das Vorurteil, Schach sei langweilig, kennt auch Lehrer Wilf Holloway, der die Schüler trainiert. Aber: „Nicht jede Partie muss sechs Stunden dauern.” Oft spielen die Schüler Blitzschach – nur fünf Minuten Zeit, „da ist Tempo.” Die AGs sind nach Alter, nicht nach Können aufgeteilt.
So treffen hier Anfänger auf Schüler, die schon mehrere Jahre spielen. Aber auch das ist kein Problem: Arsen Garamow, laut Holloway der beste Spieler der Schule – „Er schlägt mich regelmäßig.” – spielt gleichzeitig gegen zwei Gegner. Eine echte Herausforderung. „Lustig wird Schach erst, wenn man es gut kann”, bestätigt Jan Ahlrichs. Er findet am Schachspielen gut, „dass man sich mal auf was anderes konzentriert”. Die Schüler schreiben während des Spiels ihre Züge auf, danach werden Fehler analysiert und bessere Taktiken besprochen. Ein erfolgreiches Konzept: In allen Altersklassen konnten KGS-Schüler im Schulschach das Bezirksfinale erreichen.
Ein Vorurteil findet sich jedoch bestätigt: Zwischen all den Jungen sitzt nur ein Mädchen. Der geringe Mädchen-Anteil ist typisch. „Den Mädchen ist Schach nicht gesellig genug, die wollen dauernd reden”, ist die These Holloways dazu.
