Ein Film, der berührt „Lost Children"

Am Dienstag, den 24.01. gingen wir, der gesamte neunte Jahrgang, in die Kinovorstellung von „Lost Children", einem Dokumentarfilm von Oliver Stoltz und Ali Samadi Ahadi.
Wir trafen uns nach der vierten Stunde am Cinemaxx. Den ganzen Saal hatten wir für uns, und doch waren nur sehr wenige Schüler mit Popcorn oder Cola zu sehen. Wahrscheinlich lag es einfach am Thema des Filmes.
Filmbeschreibung:
„Es ist der längste Krieg Afrikas: Seit fast 20 Jahren findet unter den Augen der Weltöffentlichkeit im Norden Ugandas ein unvorstellbares, systematisches Morden statt. Die Mitglieder der fanatisch-religiösen LORD´S RESISTANCE ARMY (LRA) entführen Kinder aus ihren Dörfern und zwingen sie zum Töten auch ihrer eigenen Familienangehörigen. Opfer werden zu Tätern gemacht und einem Volk werden über Generationen hinweg Lebensgrundlage und Zukunft genommen.
LOST CHILDREN ist das eindringliche und sensible Porträt von vier Kindersoldaten zwischen 8 und 14 Jahren, die nach gelungener Flucht aus den Buschlagern der Rebellen nur Eines wollen: wieder Kind sein und leben.
Beide Regisseure waren selbst in ihrer Kindheit mit Krieg konfrontiert und wählten deshalb für ihren Film konsequent die Perspektive der Kinder. LOST CHILDREN wurde bei den Berliner Filmfestspielen 2005 uraufgeführt und inzwischen auf vielen internationalen Festivals mit Preisen ausgezeichnet. Zuletzt hat LOST CHILDREN den UNICEF Preis erhalten."
Bevor der Film allerdings anfing, erzählte uns der Regisseur Ali , der extra für uns angereist war, noch ein bisschen über die derzeitige Lage in Uganda. Nach ein paar kurzen Worten startete der Film dann auch schon.
„Lost Children" zeigt einfach die Realität. Wie grausam sie auch sein mag, der Film zeigt sie. So erzählt zum Beispiel Francis, der erst zwölf Jahr alt ist: „Sie haben uns Macheten gegeben und gesagt: hackt die Menschen
in Stücke, so klein, dass eine Fliege sie wegtragen kann. Also gingen wir los und hackten sie klein." Der Film regt sehr zum Denken an und er bewirkt, hoffe ich doch, etwas in den Menschen. Er zeigt uns, dass wir verglichen mit Uganda im puren Luxus leben und lehrt uns, unser Glück zu schätzen. Denn manchmal kann man sich gar nicht vorstellen, wie traumhaft unser Leben für die Kinder in Uganda sein muss.
Ich habe noch nie einen Film im Kino gesehen, bei dem es so ruhig war und bei dem man die gedrückte Stimmung so gut fühlen konnte.
Die Perspektive der Kinder, zu denen man im Laufe des Filmes immer mehr Bezug nimmt, lässt einen hautnah miterleben und fühlen, wie es den (ehemaligen) Kindersoldaten geht. Während des Filmes macht sich eine
unbeschreibliche Leere in einem breit und man beginnt zu verstehen, wie groß das Leid der Kinder wirklich ist. Nach dem Film konnten wir den Regisseur noch Fragen stellen. Jemand fragte, welches Gefühl er gehabt habe, als er dort in Uganda war. „An erster Stelle war da die Angst", antwortet er. Denn die Rebellen hätten ihn und seine Crew jederzeit überfallen können. Aber da seien natürlich auch Mitleid und Traurigkeit gewesen.
Wahrscheinlich hatten die Regisseure einfach das Ziel, Deutschland die Augen zu öffnen. Deswegen nahmen sie wohl auch die unheimlich große Gefahr auf sich und drehten. Dort, wo niemand anders drehen will. Außerdem verdienen sie nichts an diesem Film.
Wer Interesse an diesem Thema hat, kann auch die Website des Filmes besuchen: www.lost-children.de. Dort findet ihr nähere Informationen zum Krieg, zu den Regisseur und zu den gefilmten Kindern. Außerdem gibt es
ein Gästebuch, in dem ihr eure Meinung äußern könnt. Es werden Tipps, Ideen und Anregungen gern entgegen genommen. Des weiteren findet ihr Kontaktadressen und könnt, wenn ihr einem Link folgt, sogar an ein Mitglied des Bundestages schreiben.
Was kann ich tun?
Das ist wohl die häufigste Frage, die sich die Schüler nach dem Film gestellt haben. Klar ist auf jeden Fall uns (fast) allen, dass etwas getan werden muss. Wenn ihr Ideen und Vorschläge habt, werden diese gern von Frau Anhalt-Brüggemann entgegen genommen. Wenn ihr denkt, ihr könnt nichts bewirken, täuscht ihr euch. Denn bewirken kann jeder etwas. Wir planen nämlich schon eine Hilfsaktion, bei der jeder Freiwillige mitmachen kann. Was genau wir tun werden, ist noch nicht klar, doch klar ist uns allen: Wir müssen helfen.
(Katja Sophie Puschmann, Klasse 9.6)
